Digitale und hybride Beziehungsarbeit

Digitale und hybride Beziehungsarbeit

Herausforderungen und Chancen der digitalen Jugendsozialarbeit

Beziehungsarbeit ist Grundlage für jegliche Jugendsozialarbeit. Durch den Aufbau einer Beziehung und Kontaktaufnahme zu Jugendlichen passiert diese Arbeit automatisch in jedem Raum, auf jedem Kanal. Durch die zunehmende Digitalisierung müssen auch die Beziehungen in der aufsuchenden Jugendsozialarbeit vermehrt online gepflegt und etabliert werden. Die Hauptproblematik hierbei:

Im Netz verschwimmen Grenzen, sowohl für Jugendliche als auch für Fachkräfte. Durch digitale und soziale Medien entsteht plötzlich ein ganz neuer Zugang zu Lebenswelten der Zielgruppe: Jugendliche teilen Gedanken, Gefühle, Bilder, Informationen teils ohne zu wissen oder zu beachten, wir mitlesen, zuhören oder zuschauen kann. Über Videotelefonate, Messengerdienste, Statusupdates oder Beiträge geben sie (auch) Fachkräften teils tiefe Einblicke in ihre privaten Lebensbereiche. Sie können darüber hinaus zunehmend stärker auswählen, wann und wie sie sich an Jugendsozialarbeiter*innen wenden. Fachkräfte wiederum sind auf ihren Smartphones (vermeintlich) rund um die Uhr verfügbar und können einfacher erreicht werden. Zudem müssen sie in Erwägung ziehen, welche Erwartungen an ihr Kommunikationsverhalten in bestimmten Medien von den Zielgruppen erwartet wird.

Durch die Verschiebung der Beziehungsräume entstehen viele neue Herausforderungen und Hürden – aber auch Chancen und Ressourcen.

Die Fortbildung Digitale und hybride Beziehungsarbeit beschäftigt sich mit diesen Veränderungen und Möglichkeiten. Bestimmten Rahmenbedingungen müssen etabliert werden, um eine professionelle Arbeit zu gewährleisten. Fachliche Standards müssen im digitalen Raum ebenso wie im Analogen eingehalten, ggf. angepasst und erweitert werden, um die Beziehungsarbeit im professionellen Kontext reflektiert und verantwortungsvoll an die Digitalisierung anzupassen.

Bisher ist klar geworden, dass Beziehungsarbeit allein im digitalen Raum nicht ausreicht, es benötigt einen grundlegenden Kontakt und Zugang zur Zielgruppe im „echten Leben“ um Beziehungsarbeit online möglich zu machen – eine Kombination aus beiden Varianten, eine „hybride“ Beziehungsarbeit, ist also erforderlich.

Die erfahrenen Referentinnen Christiane Bollig und Katharina Huber geben Inputs zu praktischer Erfahrung in digitaler Jugendsozialarbeit und damit verbundener Beziehungsarbeit. Gemeinsam werden Möglichkeiten und Methoden erörtert, um das neue Feld der hybriden Beziehungsarbeit zu erschließen, die eigene Praxis zu reflektieren und Veränderungen sowohl im eigenen Arbeiten als auch im Kontext des eigenen Trägers anzustoßen.

Datum:

17.10.2021

Kontakt:

Laura Ballaschk
l.ballaschk@minor-kontor.de

„Digitale & hybride Beziehungsarbeit“ – Online-Fachtag im Berliner Projekt DiMi – Digitale Methoden der (aufsuchenden) Jugendsozialarbeit, Christiane Bollig & Katharina Huber

Download als PDF (2,9 MB)

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes Digitale Methoden der (aufsuchenden) Jugendsozialarbeit statt.

Das Projekt ist ein gemeinsames Modellprojekt der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Landeskommission Berlin gegen Gewalt.

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