Analyse für einen zukunftsfähigen, inklusiven Arbeitsmarkt

Das Modellprojekt Future of the Labour Market (FuLM) befasst sich mit zentralen Entwicklungen des Berliner Ausbildungs- und Arbeitsmarkts im Kontext von Digitalisierung, Transformation, demografischem Wandel und internationaler Fachkräftemigration.

Kontakt:

Gizem Euler Ünsal
g.uensal@minor-kontor.de

Laufzeit:

01.01.2026 – 31.12.2026

Berlin befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Während klassische Industrie- und Produktionssektoren an Bedeutung verlieren, wachsen wissensintensive Dienstleistungsbranchen, digitale Tätigkeiten und Beschäftigungsfelder im Bereich „Green Jobs“. Diese Entwicklungen verändern nicht nur die Nachfrage nach Arbeitskräften, sondern auch Qualifikationsanforderungen, Ausbildungsprofile und Zugangsbedingungen zum Arbeitsmarkt.

Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel in vielen Branchen. Bestehende Potenziale, etwa von Menschen aus schrumpfenden Sektoren, von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen (MmB) oder von internationalen Fachkräften können bislang nur unzureichend genutzt werden. Zugleich bestehen weiterhin strukturelle Barrieren, Diskriminierungsrisiken und unfaire Arbeitsbedingungen, insbesondere im Kontext internationaler Anwerbung und Ausbildungsmigration.

Vor diesem Hintergrund untersucht FuLM, wie der Berliner Arbeits- und Ausbildungsmarkt zukunftsfähig, inklusiv und fair gestaltet werden kann. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Transformationsdynamiken, Fragen der Inklusion sowie der Gewinnung internationaler Fachkräfte.

Im Rahmen des Projekts werden u. a. folgende Themen und Aspekte näher untersucht:

Zukunftsfähigkeit des Berliner Ausbildungs- und Arbeitsmarkts

Die Transformation des Arbeitsmarkts geht mit veränderten Kompetenzanforderungen, wachsenden Passungsproblemen im Ausbildungsmarkt sowie einem steigenden Bedarf an Weiterbildung und Umschulung einher. FuLM analysiert in diesem Kontext welche Branchen besonders vom Wandel betroffen sind, welche Qualifikationen sowie Ausbildungs- und Arbeitsmarktmaßnahmen künftig benötigt werden und welche Voraussetzungen für erfolgreiche Branchenwechsel, nachhaltige Qualifizierung und Inklusion bestehen.

Inklusive Gestaltung von Arbeit

Trotz umfassender rechtlicher Grundlagen sind Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen weiterhin überdurchschnittlich häufig arbeitslos oder in segregierten Beschäftigungsstrukturen tätig. Das Projekt untersucht bestehende Bildungs- und Beschäftigungsstrukturen in Berlin und analysiert, wie Inklusion im Zuge der Arbeitsmarkttransformation gestärkt werden kann. Dabei werden auch die Potenziale digitaler und assistiver Technologien sowie flexibler Arbeitsmodelle berücksichtigt. Ziel ist es, Erfolgsfaktoren und Entwicklungsbedarfe für eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt zu identifizieren.

Faire internationale Fachkräftegewinnung

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland gewinnt die internationale Rekrutierung von Fachkräften und Auszubildenden zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien, dass intransparente Anwerbepraktiken, Abhängigkeitsverhältnisse und ausbeuterische Arbeitsbedingungen weiterhin verbreitet sind. FuLM analysiert bestehende Anwerbe- und Beratungsstrukturen, untersucht Erfahrungen internationaler Fachkräfte und Auszubildender in Berlin und identifiziert Präventions- und Schutzmechanismen. Ziel ist es, Kriterien und Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die faire, diskriminierungsarme  und nachhaltige Arbeits- und Ausbildungsmigration fördern.

Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung gefördert.

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