Social Media Extreme: Islamismus
Akteure, Strategien, Narrative – Einführung und Reflexionshilfe für & mit Jugendsozialarbeiter*innen
Götz Nordbruch, Noah Leichner, Laura Ballaschk, Dezember 2025

Götz Nordbruch, Noah Leichner, Laura Ballaschk, Dezember 2025
Die Fachstelle Neue Medien in der Jugendsozialarbeit (NeMe) bietet im Jahr 2025 schlaglichtartige Einblicke in „die Realität made by Social Media“ und unterstützt die Reflexion und den kollegialen Austausch zum praktischen Umgang mit diesen Realitäten unter Jugendsozialarbeiter*innen. Damit wird direkt an die Arbeit der Fachstelle Digitale Methoden der (aufsuchenden) Jugendsozialarbeit (DiMe) angeschlossen, welches diesen Bedarf seit 2024 deckte.
Dafür werden unterschiedliche Themenbereiche in den Blick genommen: Mit Hilfe von Expert*innen stellen wir vor, was für Content, welche Akteur*innen und welche Geschichten zu einem Thema auf Instagram, TikTok, YouTube & Co. besonders weit verbreitet sind und verbreitet werden. Wir widmen uns jeweils einem Aspekt menschenverachtender Grundhaltungen bzw. Ideologien. Expert*innen bringen einen themenfokussierten Input zu jeweils einer Ideologie der Ungleichwertigkeit mit und stellen die Strategien, Narrative und Akteur*innen in sozialen Medien vor. Anschließend wird im moderierten, kollegialen Austausch der mögliche professionelle sozialarbeiterische Umgang mit diesen Realitäten in der jeweils eigenen Arbeit der Fachkräfte besprochen.
Im Herbst 2025 steht „Islamismus“ bzw. religiös begründeter Extremismus im Fokus: Islamistische Gruppierungen sind auf allen großen Social-Media-Kanälen aktiv. Sie haben sich in den letzten Jahren erfolgreich an Trends und Formate in den Sozialen Medien angepasst. Dabei agieren Islamist*innen genau wie andere Influencer*innen: Sie nutzen audiovisuelle Möglichkeiten, um schnell und unkompliziert möglichst viel Reichweite zu generieren. Viele Accounts islamistischer Akteur*innen greifen gängige Trends, Mittel und Formate auf, um die eigenen Ideologien und Narrative zu verbreiten.
Mithilfe von ufuq e.V. haben wir uns in einem zweistündigen Workshop mit dem Referenten Dr. Götz Nordbruch einige Beispiele angeschaut: Was für Content von islamistischen Akteur*innen nehmen Jugendlichen auf TikTok, Instagram oder YouTube potenziell wahr? Um welche Themen geht es, und mit welchen Strategien wenden sich islamistische Akteur*innen an Jugendliche? Der Workshop bot neben dem fachlichen Input Raum für Erfahrungsaustausch, Diskussion von ausgewählten Videos aus der islamistischen Filterblase und Erörterung der Frage, wodurch islamistische Online-Akteure für Jugendliche anschlussfähig werden.
Die vorliegende Handreichung bietet eine Einführung in den Forschungsstand zu islamistischen Akteur*innen, Narrative und Strategien in sozialen Medien inklusiv Content-Beispielen. Diese Expertise wird ergänzt um Reflexions-Vorschläge, die sich im kollegialen Workshop und Gespräch ergaben und von Fachkräften der Jugendsozialarbeit genutzt werden können, um im Team oder auch individuell die Auseinandersetzung mit dem Thema zu erleichtern. Zuletzt werden einige Materialien und Handlungsimpulse für die Jugendsozialarbeit kompakt vorgestellt und verlinkt.
Kontakt:
Laura Ballaschk
l.ballaschk@minor-kontor.de
Weitere Informationen:
19 Seiten
Bezugsmöglichkeiten:
Diese Publikation wurde im Rahmen des Projektes Neue Medien in der Jugendsozialarbeit veröffentlicht.
Das Projekt wird gefördert und unterstützt durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt sowie durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.
Seit dem 15.06.2025 erfolgt die Finanzierung des Projekts durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt im Berliner Landesprogramm Radikalisierungsprävention.