Fachdiskussion zur Zukunft des Übergangssystems

Entwicklungen des Übergangssystems und der Demokratie in der beruflichen Bildung

Die anhaltenden Einschränkungen und absehbaren Folgen der Corona-Pandemie sind an wenigen Stellen so einschneidend wie im Übergangssystem. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Situation hier durch die anhaltenden Einschränkungen im Lehrbetrieb, die (Re-)Integration „statistisch unsichtbar“ gewordener Schulabgänger*innen der Jahre 2020 und 2021 in das Regelsystem und die wachsende Konkurrenz um Ausbildungsplätze weiter verschärft – sowohl für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen als auch für Lehrpersonal, Verwaltungsangestellte und nicht zuletzt die Bildungspolitik. Letztere steht vor der enormen Herausforderung, die drohende Verschärfung der sozialen Ungleichheit im Übergangssystem mit neuen und passgenauen Angeboten aufzufangen.

Es wäre sicherlich verfrüht, davon zu sprechen, tiefgreifende Veränderungen des Regelsystems am Übergang in die berufliche Bildung würden sich bereits ankündigen. Jedoch hat die von der Corona-Pandemie ausgelöste Krise auf dem Ausbildungsmarkt sowohl die systemimmanenten Schwächen des Übergangsbereichs verschärft als auch deutlich hervortreten lassen. Sie bietet damit einen Anlass, darüber in Austausch zu treten, wie ein produktiver Umgang mit den unterschiedlichen Herausforderungen gelingen kann.

Als Fachstelle Übergangssystem des Kompetenznetzwerks Demokratieförderung in der beruflichen Bildung interessiert uns dabei insbesondere die Frage, wie einerseits demokratische Werte, Haltungen, Einstellungen und demokratisches Handeln von Menschen im Übergangssystem gestärkt und andererseits Partizipationsmöglichkeiten ausgebaut und nachhaltig verankert werden können.

Wir möchten Sie daher einladen, sich mit uns und ausgewählten Akteur*innen aus Forschung, Bildungspolitik, Vertreter*innen von Verbänden, Trägern im Übergangssystem usw. im Rahmen einer moderierten Fachdiskussion zum Thema “Die Krise als Möglichkeitsfenster: Was bedeutet die Pandemie für die Zukunft des Übergangssystems und den Stellenwert der Demokratie in der beruflichen Bildung?” zu folgenden Fragen auszutauschen und gemeinsam erste Ideen und Ansätze zu entwickeln:

  • Wie bewerten Sie die aktuellen Entwicklungen und sich abzeichnenden Herausforderungen im Übergangssystem hinsichtlich ihrer langfristigen gesellschaftspolitischen Auswirkungen?
  • Inwiefern bewerten Sie es als wünschenswert und machbar, im Zuge möglicher Reformen politische Bildung und Partizipationsmöglichkeiten im Übergangssystem zu stärken?
  • Wie kann es gelingen, die vorhandenen Angebote politischer Bildung nachhaltig in den Regelstrukturen des Übergangssystems zu verankern?

Ausgehend von den inhaltlichen Ergebnisse dieser Austauschveranstaltung werden wir in der zweiten Jahreshälfte eine Strategie erarbeiten, wie politische Bildung und Demokratieförderung langfristig im Übergangsbereich verankert werden kann. Einen ersten Entwurf möchten wir im Rahmen der Veranstaltungen zur Diskussion stellen.

Datum:

26.08.2021

Kontakt:

Tanja Berg
t.berg@minor-kontor.de

Dokumentation:

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Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes Demokratieförderung im Übergangssystem statt.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und der Bundeszentrale für politische Bildung.