Reach Out and Organize vs. Corona

Rumänischsprachige Corona-Infos via Social Media

Das Projekt vermittelt rumänischsprachigen Neuzugewanderten in Deutschland wichtige, aktuelle Informationen rund um COVID-19. Es richtet sich dabei besonders an jene Personengruppen, die aus verschiedenen Gründen von verlässlichen Informationen nicht oder kaum erreicht werden und nutzt diverse Social-Media-Anwendungen.

Kontakt:

Janka Vogel
j.vogel@minor-kontor.de

Laufzeit:

01.07.2020 – 30.06.2021

Projekt-Infoblätter

Deutsch
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Română
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Die COVID-19-Pandemie, die spätestens seit März 2020 zu einer globalen Pandemie wurde, hat das gesellschaftliche Leben auch in Europa stark beeinträchtigt. Die Maßnahmen, die zum Schutz vor unkontrollierten Ansteckungen ergriffen werden mussten, verschärften soziale Ungleichheiten.

In Deutschland zeigten die Ausbrüche des Virus in Landwirtschafts- und Schlachtbetrieben, dass dort nicht nur kaum Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Virus getroffen worden waren, sondern, dass dort allgemein regelmäßig sittenwidrige Unterbringungs- und Arbeitsbedingungen herrschen. Besonders davon betroffen waren und sind rumänische MigrantInnen und dies, obwohl sie sich in vielen Bereichen als „systemrelevant“ erwiesen haben.

Die Zahl rumänischer MigrantInnen in Deutschland steigt seit Jahren an und mittlerweile leben und arbeiten fast eine Million Menschen rumänischer Staatsangehörigkeit in Deutschland, darunter eine große Zahl moldauischer MigrantInnen. Ein Teil dieser Gruppe lebt wegen fehlender Deutschkenntnisse, erschwerten Zugangs zum regulären Arbeits- und Wohnungsmarkt und mangelnder sozialer Absicherung in äußerst prekären Situationen – teils über Jahre und oftmals mit der ganzen Familie. Kurzarbeit und Entlassungen, aber auch stark eingeschränkte Erreichbarkeiten von Behörden und Sozialleistungsträgern verschärften ihre Situation.

Laut einer aktuellen Online-Umfrage gehören mangelnde Kenntnisse über arbeitsrechtliche Fragen, den Zugang zu Corona-Hilfsmaßnahmen und den Zugang zu Sozialleistungen zu den häufigsten migrationsspezifischen Herausforderungen.

Zwischen März und August 2020 hat minor über 250 Fragen rund um Corona in den Sozialen Medien erfasst und etwa 180 von ihnen beantwortet. Rumänischsprachige Zugewanderte in Deutschland suchten Antworten auf Fragen rund um Quarantäne-Maßnahmen, Reisebestimmungen, Corona-Tests, Kurzarbeit, Kündigung, Krankenversicherung und Sozialleistungen.
Die Häufigkeit und Art der Fragen ist eng mit externen Entwicklungen verbunden, wie zuletzt der Erklärung mehrerer rumänischer Kreise zu Risikogebieten. Mitunter fehlt der Zielgruppe hier das entsprechende Verständnis für die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der jeweils geltenden Verordnungen – sowohl in Rumänien und der Republik Moldau, als auch in Deutschland oder Durchreiseländern. Falschinformationen und „individuelle“ Lösungen, wie die Regelungen zu umgehen seien, verbreiten sich mitunter rasch über Social Media.

Das Projekt „Reach Out and Organize vs Corona” (ROOC) richtet sich an Personen aus Rumänien und der Republik Moldau. Es vermittelt über eine Facebook-Gruppe verlässliche und aktuelle Informationen zu Maßnahmen rund um COVID-19. Es stellt muttersprachliche Informationen in einer Weise bereit, dass auch Menschen mit geringer Schulbildung sie erfassen können. Falschinformationen werden richtiggestellt. Visuelle und Audio-Medien werden eingesetzt mit dem Ziel, dass sowohl die Zielgruppe, als auch Beratungsstellen, Behörden, SprachmittlerInnen und sonstige MultiplikatorInnen sie schnell und leicht weiterverbreiten können. ROOC nutzt dafür die Möglichkeiten von Social Media, v.a. Facebook, WhatsApp und Viber und greift auf ein breites Netz an KooperationspartnerInnen und ExpertInnen zurück.

Das Projekt wird gefördert durch eine Zuwendung der Stiftung „Open Society Institute“ in Kooperation mit dem Büro des Berliner Direktors der Open Society Foundation.

ROOC is supported by a grant from the Foundation Open Society Institute in cooperation with the Office of the Berlin Director of the Open Society Foundations.