Religion & Sprache

Herausforderungen und Angebote für den interreligiösen Zusammenhalt

Simon Marwecki, Dezember 2024

In diesem Paper setzen wir uns mit den komplexen Zusammenhängen von Religion und Sprache auseinander. Im Mittelpunkt steht dabei die interreligiöse Arbeit des Projekts, aus dem das Paper entstanden ist und die Darstellung der sprachlichen Repräsentation religiöser Gemeinschaften in der interreligiösen Zusammenarbeit. Diese soll nicht nur das Verständnis für die Rolle religiöser Communities vertiefen, sondern auch dazu anregen, religiöse Repräsentation im eigenen Kontext zu denken und zu fördern.

Dem sind zwei Themenkomplexe vorangestellt, die das Verhältnis von Religion und Sprache theoretisch einordnen. Dabei werden zum einen die Fragen beantwortet, was religiöse Sprache ist und auch, in welchen Momenten sie hörbar wird bzw. ignoriert wird. Zum anderen wird auch aus der Perspektive religiöser Traditionen untersucht, welchen Einfluss Sprache auf (religiöse) Identität und das gesellschaftliche Verständnis hat.

Dieser Text soll vor allem als Plädoyer für den religiösen Dialog gelesen werden, einem Dialog, in dem religiöse Erfahrungen und Formulierungen zugelassen sind. Eine Gesellschaft, in der Ausschlüsse und Übergriffe religiös gerahmt und Ambi- und Multivalenzen immer schlechter ausgehalten werden, profitiert von der Teilhabe religiöser Perspektiven. Nicht der Rechtfertigung wegen, sondern um sich in der eigenen Differenz unaufgeregt und authentisch darzustellen. Religiöse Differenz ernst zu nehmen, bedeutet religiöse Ausdrücke, Symboliken und Gesten zu verstehen– es bedeutet, miteinander ins Gespräch zu kommen und die religiösen Sprachen zu übersetzen, sie dabei nicht auf bestimmte Bilder zu reduzieren oder die dahinterstehende Meinung als naiv zu deklarieren aufgrund eines fehlgeleiteten Modernitätsverständnisses. In einer Gesellschaft, die Religion als Differenzmerkmal akzeptiert, muss es möglich sein sich auch mit dieser Differenz zu begegnen, sich religiös zu äußern, ohne dabei zwangsweise über Religion zu reden.

Kontakt:

Tanja Berg
t.berg@minor-kontor.de

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22 Seiten

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Diese Publikation wurde im Rahmen des Projektes Demokratie, Religion, Vielfaltsdiskurse – ein Spannungsverhältnis?! veröffentlicht.

Das Projekt wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.