Übertragbare Ansätze aus der Praxis
Modelle
Die Sefa-Modelle fassen zentrale Erkenntnisse aus den Praxis-Laboren zusammen und zeigen, wie nachhaltige Beschäftigung durch Kooperationen, flexible Qualifizierung und klare Werte zu Chancengerechtigkeit und Vielfalt beitragen kann. Sie geben Einblick in bewährte Ansätze, Methoden und Gelingensfaktoren und machen deutlich, unter welchen Bedingungen eine Übertragung auf andere Kontexte möglich ist. Die drei Modelle setzen jeweils bei verschiedenen Akteurspartnerschaften an, die unterschiedliche Lösungsansätze verfolgen.
Die Illustrationen wurden in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Carina Crenshaw entwickelt.

Sefa-Modell: Fokus Arbeitgeber und Kooperierende Dienstleister
Dieses Sefa-Modell fördert die nachhaltige Beschäftigung von Frauen mit Fluchterfahrung durch praxisnahe Qualifizierung und flexible Lernstrukturen. Arbeitgeber stellen Ressourcen wie fachliche Begleitung, Finanzierung und Arbeitsmöglichkeiten bereit, während Dienstleister Beratung, Potenzialanalyse, Vorqualifizierung und Matching übernehmen.
Das Modell basiert auf klaren Werten zu Vielfalt, Chancengerechtigkeit und inklusiver Kultur sowie Gender- und Diversity-Kompetenz, um spezifische Bedarfe und Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu berücksichtigen. Extern bezieht es Branchengegebenheiten, regionale Arbeitsmarkt- und Infrastrukturbedingungen sowie rechtliche Rahmen ein.
Es kombiniert den Multi-Stakeholder-Ansatz mit einem Leuchtturmansatz, der Teilnehmerinnen auf definierte Ziele vorbereitet. Digitale und analoge Vernetzung stärkt Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bildungsträgern, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Praxisphasen, Coaching, Mentoring und praxisnahe Sprachförderung unterstützen fachliche, soziale und sprachliche Kompetenzen, auch jenseits klassischer Ausbildungswege. Ziel ist die Integration durch langfristige Perspektiven und gezielte Kooperationen.

Sefa Modell: Fokus Öffentliche Arbeitgeber
Das Modell richtet sich an öffentliche Arbeitgeber. Interne Voraussetzungen sind eine klare Haltung zu Vielfalt und Chancengerechtigkeit, ausreichend qualifiziertes Personal, Zeit für individuelles Onboarding sowie eine gesicherte Finanzierung durch eigene Mittel oder Förderprogramme. Zentrale strategische Faktoren sind die Förderung von Diversität, die Gewinnung von Fachkräften und eine bessere Kundenansprache. Besonderes Gewicht liegt auf Gender- und Diversity-Kompetenz, insbesondere zur Unterstützung von Frauen mit Fluchterfahrung.
Die externen Rahmenbedingungen umfassen branchenspezifische Strukturen (öffentliche Verwaltung, kommunale Betriebe, Energieversorger), regionale sozioökonomische Gegebenheiten sowie die enge Zusammenarbeit mit lokalen Netzwerken wie Kitas, Bildungsträgern und Arbeitsverwaltung. Zudem sind rechtliche Vorgaben zu Aufenthalts-, Arbeits- und Sozialrecht zu beachten.
Als Ansätze kommen vor allem der Job-on-top-Ansatz (befristete Einstiegsstellen mit Übernahmeperspektive) und der Mosaik-Ansatz (Kombination vieler kleiner Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen) zum Einsatz.
Ziel ist es, Integration, Chancengleichheit, Systemkenntnisse und zukunftsfähige Strukturen zu fördern.
Methodisch erfolgt der Einstieg über Schnuppertage, Praktika oder on-top-Stellen, begleitet durch Onboarding mit Buddy-System, Sprachförderung, Traineeprogramme, Jobmessen, Vernetzung sowie digitale Lern- und Unterstützungsangebote.

Sefa Modell: Social Business
Das Modell mit Fokus auf Social Business verfolgt einen ganzheitlichen, kompetenzorientierten Ansatz, bei dem die individuellen Bedürfnisse von Frauen mit Fluchterfahrung im Mittelpunkt stehen. Ziel ist nicht nur der wirtschaftliche Erfolg, sondern vor allem die soziale Wirkung durch Begegnungsräume, Teilhabe und kollektive Lernprozesse. Eine offene Fehler- und Lernkultur ist dabei zentral.
Das Modell verbindet soziale Wirkung mit unternehmerischer Nachhaltigkeit und fördert die Arbeitsmarktintegration sowie ökonomische Unabhängigkeit der Frauen mit Fluchterfahrung. Die Geschäftsidee wird gemeinsam mit den Teilnehmerinnen entwickelt (Co-Creation) und auf nachhaltige Beschäftigung sowie persönliche Weiterentwicklung ausgerichtet. Gewinne werden zur Sicherung des sozialen Zwecks reinvestiert.
Wesentliche Grundlagen sind klare Werte, ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen, fachliches Expertenwissen sowie ein starkes Netzwerk. Methodisch stehen partizipative Ansätze, Sprachförderung und „Training on the Job“ im Mittelpunkt, um Selbstwirksamkeit und Professionalisierung zu stärken.
Kontakt:
Lejla Medanhodzic
l.medanhodzic@minor-kontor.de
Die Modelle wurden im Rahmen des Projektes Sefa veröffentlicht.
