European Labour Lab Berlin

European Labour Lab Berlin

Analyse und Modellentwicklung zur Arbeitsmarktintegration von (EU-)Zugewanderten

Das Modellprojekt European Labour Lab Berlin (ELLaB) soll den positiven Beitrag der Zuwanderung aus der EU und ihrer Beitragskandidaten analysieren und Handlungsoptionen für eine faire (Arbeitsmarkt-)Integration gemeinsam mit zentralen Akteuren der Stadt Berlin entwickeln.

© Krystsina Shyla
© Krystsina Shyla

Kontakt:

Dr. Anne von Oswald
a.oswald@minor-kontor.de

Laufzeit:

01.10.2022 – 31.12.2024

Berlin profitiert derzeit wie kaum eine andere Metropole von der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Die Stadt ist ein Magnet für viele verschiedene Gruppen aus der EU und ihrer Beitrittskandidaten, die vor allem aus Gründen der Arbeitssuche und Bildung, aber auch aufgrund politischer Faktoren, dem Krieg in der Ukraine, Diskriminierung in den Herkunftsländern und der Vielfalt der Berliner Stadtgesellschaft hierherkommen.

In den bisherigen Analysen und Umfragen von Minor wurden zum einen ein sehr hohes Arbeitsmarktpotenzial der EU-Zugewanderten und eine gleichzeitig schwierige Umsetzung dieses Potenzials in qualifikationsadäquate Arbeitsmarktintegration festgestellt. Zum anderen verändert sich die Zuwanderung allgemein – auch die aus der EU auf der Grundlage der Freizügigkeit – in ihrer Zusammensetzung der Teilgruppen, ihren Motiven und ihren Integrationswegen in einer stetigen Dynamik weiter. Durch den Krieg in der Ukraine ist zudem noch eine aktuelle Herausforderung für die Arbeitsmarktintegration von Neuzugewanderten hinzugekommen.

Im Rahmen des Projekts werden u.a. folgende Themen und Aspekte der Arbeitsmarktintegration näher untersucht.

Arbeitsmarktintegration von Ukrainer*innen in Berlin: Analyse über Situation von Ukrainer*innen in Berlin, mit besonderem Blick auf die Arbeitsmarktintegration von Frauen

Berlin und das benachbarte Land Brandenburg sind ein wichtiger Ankunftsort für viele Menschen, die seit Kriegsbeginn im Februar 2022 aus der Ukraine geflohen sind. Es ist davon auszugehen, dass zumindest ein Teil der Geflüchteten auch länger als nur kurze Zeit in Berlin bleiben wird. Berlin braucht daher eine mittel- bis langfristige Perspektive für die hier angekommenen Menschen – zum jetzigen Zeitpunkt überwiegend Frauen sowie Kinder und ältere Menschen – und ihre Teilhabe an Gesellschaft, Bildung und Arbeit. Ziel ist dabei durch die Erhebung und Auswertung von Informationen aus verschiedenen Quellen ein besseres Verständnis für die aktuellen Bedürfnisse und Entwicklungen der Situation von Geflüchteten aus der Ukraine und dessen Bedeutung für Berlin zu gewinnen.

Zugang von (EU)-Zugewanderten zum Berufsbildungssystem: (duales/schulisches) Berufsausbildungs- und Übergangssystem

ELLaB untersucht wie die Berufsausbildungsangebote grundsätzlich von (EU-)Zugewanderten, inklusive der geflüchteten Ukrainer*innen und Staatsangehöriger weiterer EU-Beitrittskandidatenländer, genutzt werden, welche unterschiedlichen Erfahrungen und Zugänge zwischen Teilgruppen bestehen sowie wie die (EU-)Zugewanderten ihre Erfahrungen im Berufsbildungssystem selbst bewerten. Ausgehend hiervon werden Analysen dazu angestellt, inwieweit die vorhandenen Maßnahmen bzw. Programme in Berufsausbildung ausreichen und an welchen Stellen diese mit Blick auf EU-Zugewanderte geschärft werden sollten.

Gesellschaftliche und politische Partizipation europäischer Zugewanderter in Berlin

ELLaB organisiert Diskussionsrunden und Fachgespräche mit in Berlin lebenden EU-Zugewanderten, ihren Selbstorganisationen, Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Unternehmen, Gewerkschaften und Bildungsinstitutionen. Dabei werden u.a. folgenden Fragen nachgegangen; Wo und wie bringen sich EU-Zugewanderte gesellschaftlich und politisch ein, z. B. in Gremien (Eltern-, Schüler*innen-, Studierendenvertretungen), in Gewerkschaften oder Beschäftigteninitiativen? Welche Themen beschäftigen EU-Bürger*innen im Hinblick auf die Europapolitik und Berlins Rolle in dieser oder die Partizipation im Arbeits- und Bildungsleben? Wie kann ihre Mitbestimmung und -gestaltung in diesen Bereichen verbessert werden?

Fachveranstaltung mit europäischen Partnerstädten

Die internationale Fachveranstaltung mit europäischen Partnerstädten reflektiert die neuen Analyseergebnisse und Handlungsansätze zur EU-Zuwanderung sowie zur Migration aus den Beitrittskandidatenländern nach Berlin und in weitere europäische Zuwanderungsstädte. Eingebunden werden mit Migrations- und Integrationsfragen befasste Vertreter*innen anderer europäischer Großstädte, der EU-Kommission und der Wissenschaft. Gegenstand der Tagung sollen ebenfalls Gute-Praxis-Beispiele sein, u. a. zu den Themen Berufsausbildung, Arbeitsmarktintegration und Diskriminierung, Auswirkungen der Fluchtmigration aus der Ukraine, Arbeitsausbeutung sowie Prekarisierung und unterqualifizierte Beschäftigung.

Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert.

Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales