24-Stunden Betreuungskräfte

Beratung für häusliche Betreuungskräfte aus Polen

Die Beschäftigungsverhältnisse von als sogenannten “Live-Ins” tätigen EU-Zugewanderten in Privathaushalten in Deutschland sind mit zahlreichen Problemen behaftet. Ziel des Projekts ist es, diese Personen in sozialen Medien fachkompetent zu informieren und zu beraten.

Schätzungsweise 200.000 bis eine halbe Million Betreuungskräfte in Deutschland kümmern sich um ältere Menschen und wohnen dabei in den Familien. Illegale Beschäftigungsverhältnisse und eine hohe Fluktuation der Einsätze erschweren eine genauere Erhebung der Zahlen. Das Berufsbild dieser „Live-ins“ kennzeichnet sich durch die Anforderung, bei der zu betreuenden Person zu wohnen, sie zu umsorgen, den Haushalt zu erledigen, die Mahlzeiten zuzubereiten und rund um die Uhr auf Abruf zur Verfügung zu stehen.

Aktuell kommen diese Arbeitskräfte vorwiegend aus Polen, zunehmend aber auch aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Die Beauftragung mit nicht vertraglich geregelter Hausarbeit und medizinischer Aufgaben, dubiose Beschäftigungsmodelle, intransparente Stellenbeschreibungen und niedrige Bezahlung, unzureichende Sprachkenntnisse und soziale Isolation – das sind nur einige wenige der Probleme, mit denen die meist weiblichen Arbeitnehmenden mittleren Alters konfrontiert sind.

Ab Juni 2019 werden polnischsprachige Live-ins bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützt. Grundlage dafür ist die sehr hohe mediale Reichweite und der vielversprechenden Beratungsansatz des Gesamtprojektes Migrationsberatung 4.0, durch den es möglich ist, der Zielgruppe dort zu begegnen, wo sie sich in sozialen Medien über das Arbeiten und das Leben in Deutschland informieren und austauschen. Minor bietet damit diesem, in hohem Maße von Prekarisierung und Ausbeutung bedrohten, Personenkreis kompetente und ortsunabhängige Information und Beratung an.

Kontakt:

Agnieszka Skwarek
a.skwarek@minor-kontor.de

„24-Stunden Betreuungskräfte“ ist Teil des Projektes „Migrationsberatung 4.0“.

Das Projekt wird von der Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert.

Logo der Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer          Logo der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration