Online Ausstellung “Tür an Tür”

Syrisch-Jüdische Geschichte(n)

Die Online-Ausstellung “Tür an Tür – syrisch-jüdische Geschichte(n)” zeigt Fotos der syrischen Dokumentarfotografin Rania Kataf zur Vergangenheit und Gegenwart jüdischen Lebens in Damaskus. Ergänzt wird die Ausstellung von einem Interview mit Maurice Chammah und Informationen zur Geschichte Syriens.

Kontakt:

Tanja Lenuweit
t.lenuweit@minor-kontor.de

Sprachen:

English

Die jüdische Bevölkerung in Syrien war einst die größte im arabischsprachigen Raum. Von den ehemals ca. 30.000 – 50.000 Jüdinnen und Juden in ganz Syrien vor dem zweiten Weltkrieg sind heute nur noch einige wenige verblieben.

Die syrische Dokumentarfotografin Rania Kataf hat für das Projekt Der Gang der Geschichte(n) eine fotografische Recherche unternommen und Interviews mit noch in Damaskus verbliebenen Jüdinnen und Juden geführt. Rania Kataf lebt und arbeitet in Damaskus und hat durch ihr Projekt Humans of Damascus, in dem sie Geschichten und Zeitdokumente über Menschen in Damaskus sammelt, einen intimen Zugang zur Stadt und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern.

Die Fotos zeigen Damaskus im Jahr 2020. Sie machen deutlich, dass das jüdische Leben dort im Verschwinden begriffen ist. Zwar gibt es noch eine kleine jüdische Community und eine funktionierende Synagoge, die zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade renoviert wird, aber die wenigen noch in Damaskus lebenden Jüdinnen und Juden sind fast alle fortgeschrittenen Alters. Übrig bleiben Erinnerungen und architektonische Spuren, die zumeist erst auf den zweiten Blick erkennbar sind.

Ergänzt werden Rania Katafs Fotos durch die in der Publikation Hidden Stories of Damascene Jews gesammelten persönlichen Geschichten und zusätzlichen Hintergrundinformationen.

Zeitleiste syrisch-jüdischer Geschichte

Die Ausstellung thematisiert zudem die multiplen – häufig fluiden – Identitäten, die sich zwischen Arabisch, Jüdisch und Syrisch bewegen und begegnet dem vermeintlichen Widerspruch, der sich zwischen dem Jüdischen und dem Arabischen auftut. Das Videointerview mit dem US-amerikanischen Journalisten Maurice Chammah bietet hier einen sehr persönlichen Zugang. Ausgehend von der Geschichte seines syrisch-jüdischen Vaters setzt sich Maurice Chammah mit seiner eigenen jüdisch-arabischen Identität auseinander.

Videoführung mit der Fotografin Rania Kataf

Die von Sigrun Drapatz und Tanja Lenuweit kuratierte Ausstellung wurde vom 13.11. – 19.12.2020 als Teil des Projekts Der Gang der Geschichte(n) im Projektraum SCOTTY gezeigt.

Das Projekt untersucht Narrative von Zugewanderten über Jüdinnen*Juden, die Shoah und Israel. Mit dem Fokus auf vier ausgewählten Herkunftsländern von Zugewanderten (Syrien, Polen, Marokko und Russland) soll eine fundierte Wissensbasis über Narrative in diesen Ländern und in den entsprechenden Communitys von Zugewanderten in Deutschland geschaffen werden. Ziel ist es, dieses Wissen für die politische Bildung nutzbar zu machen.

Die Online Ausstellung „Tür an Tür“ ist Teil des Projektes Der Gang der Geschichte(n).

Der Gang der Geschichte(n) ist ein Projekt von Minor-Kontor und wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Auswärtigen Amt. Es steht unter der Schirmherrschaft von Bundesaußenminister Heiko Maas.

Logo der Bundeszentrale für politische Bildung     Logo: Auswärtiges Amt

Logo: SCOTTY