Neu in Berlin Plus

Aufsuchende Informationsvermittlung in den sozialen Medien für Neueinwandernde

Das Projekt „Neu in Berlin Plus“ macht „aufsuchende Informationsvermittlung“ für die Zielgruppe von neueingewanderten Migrantinnen und Migranten und Geflüchteten in Berlin und arbeitet an dem Konzept “Willkommenszentrum 4.0”. Der Fokus liegt dabei besonders auf englisch-, rumänisch- und arabischsprachigen Communities.

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Kontakt:

Tobias Stapf
t.stapf@minor-kontor.de

Laufzeit:

01.01.2020 – 31.12.2021

Wie eine Vielzahl von Studien in den letzten Jahren gezeigt hat, sind die sozialen Medien weiterhin eine der wachsenden Hauptinformationsquellen für Neuzugewanderte und Geflüchtete in Berlin und Deutschland. Dies gilt auch für Fragen zu verschiedenen Rechtsbereichen wie z. B. Sozialrecht, Aufenthaltsrecht, Mietrecht und Verbraucherrecht. Die Studien zeigen auch, dass analoge Beratungsstellen für Neuzugewanderte und selbst digitale Angebote von Beratungsanbietern und Behörden wie z. B. Webseiten unter diesen Zielgruppen wesentlich weniger bekannt sind bzw. weniger häufig als Informationsquellen in Betracht gezogen werden.

Aktuelle Analysen legen nahe, dass die Nutzerzahlen der entsprechenden Foren in den sozialen Medien zusammen mit den Zuwanderungszahlen nach Berlin in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Angesichts der Wachstumsprognosen für Berlin ist von einer entsprechenden Steigerung der digitalen Informationsbedarfe von Neuzugewanderten auszugehen.

Es stellt sich also weiterhin die Frage, wie Berliner Beratungsinstitutionen den zunehmenden Informationsbedarfen von Neuzugewanderten in den sozialen Medien begegnen können. In diesem Kontext konnte das Projekt „Neu in Berlin“ (2016-2019) bereits verschiedene Ansätze der digitalen Informationsvermittlung für Neuzugewanderte in den Sozialen Medien entwickeln und erproben. Die Ergebnisse des Projektes zeigten, dass:

  1. digitale Angebote eine wichtige Entlastungsfunktion für analoge Beratungsangebote spielen können und sollten, um wachsende Informationsbedarfe abdecken zu können und Risiken für Neuzugewanderte durch fehlende oder falsche Informationen und Missbrauch in den sozialen Medien zu reduzieren.
  2. digitale Informationsangebote von öffentlichen Institutionen und gemeinnützigen Beratungsanbietern durch Neuzugewanderte positiv wahrgenommen werden, eine positive Wirkung für die Orientierung erzielen und die Vertrauensbildung in eben diese Institutionen und Organisationen unterstützen.
  3. es einer engen Verzahnung von verschiedenen digitalen und analogen Angeboten bedarf, um Entlastungseffekte für die analogen Beratungsstellen zu generieren und Ratsuchende so direkt wie möglich an die für sie relevanten Informationen bzw. Stellen zu verweisen.
  4. die Netzwerkarbeit mit Beratungseinrichtungen und Migrantenselbstorganisationen in Berlin im analogen und im digitalen Bereich entscheidend ist für den Erfolg und die Nachhaltigkeit der aufsuchenden Beratungsarbeit in den digitalen Medien.

In weiterentwickelten Ansatz von „Neu in Berlin Plus“ geht es darum, die erprobten Ansätze der aufsuchenden Informationsarbeit in die Beratungs- und Netzwerkarbeit des Willkommenszentrums des Berliner Senats (WKZB) zu integrieren und damit das Willkommenszentrum nach dem Leitbild des „Willkommenszentrum 4.0“ als zentralen Erstanlaufpunkt für Neuzugewanderte in Berlin in den digitalen Medien zu etablieren.

Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert.