Europäisches Berlin

Analyse und Modellentwicklung zur Arbeitsmarktintegration von EU-Zugewanderten

Die EU-Zuwanderung nach Berlin ist ungebrochen stark. Das Forschungsprojekt „Europäisches Berlin“ soll die jüngsten Entwicklungen dieses vielschichtigen und dynamischen Migrationsgeschehens analysieren und Handlungsoptionen für eine faire (Arbeitsmarkt-)Integration entwickeln.

Kontakt:

Anne von Oswald
a.oswald@minor-kontor.de

Laufzeit:

01.07.2019 – 30.09.2022

Seit zehn Jahren ist die EU-Zuwanderung nach Berlin stark gestiegen – u. a. in Folge der 2008 ausgebrochenen Wirtschaftskrise sowie des Auslaufens der Übergangsfristen für die volle Arbeitnehmendenfreizügigkeit für die Bürger*innen der jüngeren, mittel- und (süd-)osteuropäischen Mitgliedstaaten. Ein Drittel des Bevölkerungswachstums Berlins zwischen 2008 und 2019 ist auf den Zuzug von EU-Bürger*innen (ohne Deutsche) zurückzuführen. Das Forschungsprojekt „Europäisches Berlin“ soll den positiven Beitrag der EU-Zuwanderung zum Wachstum der Stadt, der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes analysieren und unterstützen.

Um die komplexen Auswirkungen und Potenziale der Zuwanderung aus der EU (sowie einigen weiteren europäischen Ländern) nach Berlin besser zu verstehen, werden mehrere Themen im Rahmen des Projektes genauer beleuchtet.

Zugang von EU-Zugewanderten zu Regelsystemen

Der Zugang zu Angeboten der Regelsysteme im Bereich der Bildung stellt einen zentralen Faktor für die Integration von EU-Zugewanderten dar. Minor untersucht, welche Zugangsbarrieren für EU-Zugewanderte in diesem Zusammenhang bestehen. Dazu werden Expert*inneninterviews und qualitative Befragungen von Zugewanderten durchgeführt. Ergänzt werden die so gewonnenen Erkenntnisse durch Analysen in den Social-Media-Gruppen von EU-Zugewanderten in Berlin sowie durch statistische Analysen sowohl von öffentlich verfügbaren Daten als auch von aus dem Jahr 2019 bereits erhobenen Daten einer quantitativen Befragung von Neuzugewanderten.

Zuwanderungswege aus den Westbalkanstaaten

Spätestens seit dem Anstieg der Fluchtzuwanderung im Jahr 2015 und der Verabschiedung der sogenannten Westbalkan-Reglung (§6 Abs. 2 BeschV) stehen die Westbalkanstaaten (Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Nordmazedonien, Kosovo) im verstärkten Fokus der Migrationspolitik. Im Rahmen des Projektes soll daher die Zuwanderung aus den Westbalkanstaaten nach Berlin untersucht werden. Neben der statistischen Auswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit sowie öffentlich verfügbaren Meldedaten werden hierfür auch Fokusgruppeninterviews durchgeführt.

Auswirkungen der Abwanderung auf die EU-Herkunftsländer

Die ungebrochen starke EU-Zuwanderung nach Berlin verändert nicht nur das Gesicht der Stadt, sondern beinhaltet auch komplexe Auswirkungen in die Herkunftsländer selber. Ein umfassendes Verständnis der EU-Zuwanderung nach Deutschland bzw. Berlin und der Auswirkungen der Abwanderung auf die Herkunftsländer ist notwendig, um die sozialen, politischen und ökonomischen Konsequenzen der EU-Migration besser einordnen zu können. Auf der Basis von Expert*inneninterviews, Literaturrecherchen und Analysen statistischer Daten sollen die Auswirkungen aufgezeigt werden.

Auswirkungen des Brexit

Der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU führt zu umfassenden Veränderungen in der politischen und ökonomischen Architektur der EU. Berlin als Metropole mitten in Europa könnte von diesen Veränderungen besonders betroffen sein. Im Rahmen dieses Arbeitspaketes sollen Social-Media-Analysen sowie statistische Analysen zu Wanderungszahlen zu einem besseren Verständnis der Folgen des Brexit auf die Entwicklung der Stadt, die urbane Wirtschaft sowie die Situation der Zugewanderten aus Großbritannien beitragen.

Bleibestrategien für EU-Fachkräfte

Die Entwicklung einer langfristigen und nachhaltigen Bleibeperspektive für EU-Fachkräfte ist die zentrale Voraussetzung, damit Berlin auch in Zukunft von der EU-Zuwanderung profitieren kann. Minor führt eine zusammenfassende Analyse zur Situation der EU-Zugewanderten auf der Basis der vorherigen Arbeitspakete durch und stellt Handlungsempfehlungen auf.

Veröffentlichungen

Veranstaltungen

Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert.

Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales