We Refugees | Wir Flüchtende

Digitales Archiv zu Flucht in Vergangenheit und Gegenwart

Das transnationale “We Refugees. Digitales Archiv zu Flucht in Vergangenheit und Gegenwart” ist eine multilinguale Dokumentations- und Lernplattform auf der Grundlage von historischen Quellen zur Flucht von Jüdinnen und Juden in den 1930/40er-Jahren und aktuellen Fluchtgeschichten der 2010er-Jahre.

Kontakt:

Anne von Oswald
a.oswald@minor-kontor.de

Laufzeit:

01.01.2019 – 31.12.2022

We Refugees. Digitales Archiv zu Flucht in Vergangenheit und Gegenwart“ ist als stetig wachsendes internationales Netzwerk konzipiert, welches ein mehrsprachiges Archiv von Biographien Geflüchteter und Bildungsmaterialien über Flucht und Aufnahme zusammenbringt. Am Beispiel von ausgewählten Ankunftsstädten weltweit werden historische (jüdische) und aktuelle Fluchterfahrungen analysiert und für das Fluchtarchiv und Bildungszentrum aufbereitet. Damit wird ein Bogen von jüdischer Flucht zu aktuellen Fluchterfahrungen gespannt und für die europäische und internationale Erinnerungs- und Bildungspolitik neue Verbindungslinien und Erklärungsansätze geliefert.

Das Projekt arbeitet mikrohistorisch. So stehen nicht nur individuelle Schicksale im Mittelpunkt, sondern auch der Mikrokosmos Stadt als Ort der Zuflucht, der migrationspolitischen Erneuerungen und migrantischen Teilhabe und Rechte.

Es entsteht eine multilinguale digitale Dokumentations- und Lernplattform mit einer wachsenden Sammlung von historischen Quellen zur Flucht von Jüdinnen und Juden in den 1930/40er-Jahren und zu aktuellen Fluchtgeschichten der 2010er-Jahre. Gegenstand werden Bildungsmaterialien, Filme, Fotos und (literarische) Texte sein, die für die historisch-politische Bildung von Museen, Gedenkstätten, Schulen, Universitäten und anderen nutzbar werden.

Im Jahr 2019 startet das Projekt mit den Stadtbeispielen Vilnius (historisch) und Palermo (aktuell). Es folgen ab 2020 „Städte der Zuflucht“ (sanctuary cities) wie u. a. Berlin, Prag, Tashkent und Istanbul.

„We Refugees“ nimmt Bezug auf den gleichnamigen Artikel von Hannah Arendt aus dem Jahr 1943. Dem Arendt’schen „Wir“ ging schon damals eine Direktive für die Zukunft und ein Aufruf zum Weiterdenken über die Grenzen des evident schutz-un-fähigen Nationalstaatsmodells hinaus.

Das Projekt wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft. Kofinanziert durch das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ der Europäischen Union.