Geschichte(n) und Perspektiven

Geschichte(n) und Perspektiven

Workshop-Reihe zur Auseinandersetzung mit jüdisch-arabischen Verflechtungen

Die Workshops richten sich an Menschen mit Fluchtgeschichte aus arabischsprachigen Herkunftsländern. Unterschiedliche Narrative zu Jüdinnen und Juden, Judentum, Shoah und Israel werden untersucht und auf ihren Ursprung, ihre Ausdrucksformen, mögliche Funktionen und Konsequenzen hin diskutiert.

Kontakt:

Tanja Lenuweit
t.lenuweit@minor-kontor.de

Laufzeit:

15.10.2020 – 31.12.2022

Sprachen:
عربي

Wenn es um Menschen mit Fluchthintergrund aus arabischsprachigen Herkunftsländern geht, ist in aktuellen Debatten immer wieder die Rede von einem mitgebrachten Antisemitismus oder einem spezifischen „muslimischen Antisemitismus“. Dieser pauschalisierenden Unterstellung liegt die Annahme zugrunde, Menschen aus Ländern wie bspw. Syrien oder Iran, in denen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit Teil staatlicher Narrative, Rhetoriken und Politiken sind, seien zwangsläufig antisemitisch indoktriniert.

Außer Acht gelassen wird dabei, dass viele Menschen mit Fluchtgeschichte in Opposition zum herrschenden System ihres Herkunftslandes stehen und/oder einer verfolgten Minderheit angehören und von daher auch in Opposition zu staatlichen Strategien und Erzählungen sind, diese in Frage stellen oder zumindest eine gewisse Bereitschaft zu einer kritischen Auseinandersetzung mitbringen.

Zudem existieren selbst in Ländern mit autoritären Regimen Gegenöffentlichkeiten und Gegendiskurse, die offiziellen staatlichen Rhetoriken und Erzählungen entgegenstehen. Die meisten der arabischsprachigen Länder weisen eine lange jüdische Geschichte und eine Zeit des muslimisch-jüdischen Zusammenlebens auf, die zumindest in Teilen positiv besetzt sind, zum kollektiven Gedächtnis gehören und teilweise sogar noch in Familiengedächtnissen abrufbar sind.

Projekt

Das Projekt besteht aus einer Workshopreihe, die sich an Menschen mit Fluchtgeschichte aus arabischsprachigen Ländern richtet.

Im Fokus der Workshops steht die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Narrativen zu Jüdinnen*Juden, Judentum, Shoah und Israel in arabischsprachigen Herkunftsländern von Menschen mit Fluchtgeschichte.

Ziel der Workshops ist es, den Teilnehmenden eine offene, kritische und selbstreflexive Auseinandersetzung mit diesen Narrativen zu ermöglichen. Die Workshops sind zweisprachig, also in Arabisch und Deutsch. Ergänzend werden zweisprachige Materialien zur vertieften Auseinandersetzung bereitgestellt.

Das Format ist offen und nicht auf eine feste Gruppe ausgerichtet.

Ansatz

Jeder Workshop hat eine spezifische Themensetzung. An der Konzeption der einzelnen Workshops und als Referent*innen sind arabischsprachige Expert*innen (Künstler*innen, Kulturschaffende, Forscher*innen) beteiligt.

Die Workshops sind so konzipiert, dass sie genügend Raum für Austausch geben. Die Teilnehmenden werden als Wissende und Beitragende angesprochen. In einem geschützten Rahmen, mit der Möglichkeit bei Bedarf in Arabisch zu sprechen, können auch Unsicherheiten geäußert und schwierige Fragen gestellt werden.

Workshops

25/10/2021 – 26/10/2021

Alte Geschichte(n) – Neue Narrative?

Fachveranstaltung zu multidirektionaler Bildung in der postmigrantischen Gesellschaft

Das Projekt wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Logo der Berliner Landeszentrale für politische Bildung